Unfrisiertes

28.07.2005

100 Tage Benedikt XVI

Filed under: Kirchliches - Rayson @ 19:38

Nach Kardinal Meisner ist nun der neue Papst dran. SPON ist enttäuscht, dass da so wenig Medienwirksames rüberkommt, und straft den Papst durch die enttäuschten Urteile deutscher Links-Liberaler.

Und die ist groß: Weder führt er die Zulassung Geschiedener zur Kommunion (das ärgert SPON) wieder ein, noch schafft er das “Kondom-Verbot” ab (das ärgert den emiritierten Theoiogen Herrmann) oder wettert gegen den globalen Kapitalismus (das ärgert - na? - Heiner Geissler). Auch dass Ökumene gefälligst nur als Verständigung mit den Protestanten zu verstehen sei und nicht etwa mit den Orthodoxen (das ärgert die “Kirche von unten”), will einfach nicht in seinen Kopf. Unerhört, schließlich hat man doch mit dem Kircheneintritt das Recht erworben, die Religionsinhalte mitzubestimmen…

Ich könnte das ja entspannt sehen, schließlich habe ich mich gegen einen unfehlbaren Papst entschieden und für meine Kirche sind einige der Punkte auf der üblichen Beschwerdeliste kein Thema mehr, aber das wäre zu einfach. Was mich stört, ist dieser grundlegende Mangel an religiösem Verständnis (oder der Unwille dazu), der solche Artikel zu überflüssigen macht. Deswegen noch einmal ins Stammbuch: Eine Religion, die sich den gesellschaftlichen Moden oder auch nur Überzeugungen anpasst, hat keine weitere Daseinsberechtigung. In Teilen des Protestantismus wird diese Konsequenz auch offensichtlich. Natürlich darf man als Christ auch zu anderen Meinungen kommen als sie von der Glaubenskongration vertreten werden, bloß eben nicht nur, weil das gesellschaftlicher Mainstream ist, sondern weil es dafür Gründe in Schrift und/oder Tradition der Urkirche gibt. Wer von Christen anderes verlangt, respektiert sie nicht mehr als solche.

Ich will mich jetzt auch nicht groß darüber auslassen, inwieweit dieser von mir bedauerte Mangel mit dafür verantwortlich ist, dass es an der wirklich notwendigen Gesprächsbasis mit grundsätzlich friedliebenden Muslimen fehlt. Wenn wir ihm nur unter der Drohung von terroristischer Gewalt abzuhelfen bereit sind, sollten wir es lieber lassen.

Spät geht er…

Filed under: Wirtschaftliches - Rayson @ 18:15

… doch er geht. Natürlich ist damit Jürgen Schrempp gemeint. Der Umstand, dass sich ein derartiger Wertvernichter so lange zu durchaus üppigen Bezügen (die “mussten” ja an die von Chrysler “angeglichen” werden) an der Spitze eines der größten deutschen Unternehmen halten kann (und im letzten Jahr sogar noch seinen Vertrag bis 2008 verlängert bekam), beweist vor allem eins: Dass es nicht die Eigentümer sind, die in den großen deutschen Aktiengesellschaften das Sagen haben, sondern eine Managerkaste, die dann gerne auch mal mit der Arbeitnehmerseite in Aufsichtsrat und Betriebsrat mauschelt und Verträge zu Lasten Dritter, also bevorzugt der Aktionäre, abschließt.

SPD schützt Schwarze

Filed under: Politisches - Rayson @ 17:04

Gerade stolpere ich wieder einmal über die Seite, auf der echte oder eingebildete Promis ihre Unterstützung für die SPD bekunden, und wo einem unter anderem die Überraschung geboten wird, dass eine SPD-Oberbürgermeisterin tatsächlich bei der Bundestagswahl auch SPD wählen will. Das scheint wohl nicht mehr die Regel zu sein.

Richtig nachdenklich wurde ich beim folgenden Text zu Mo Asumang, “Moderatorin und Schauspielerin”:

Für Mo Asumang als schwarze Deutsche bedeutet eine SPD-geführte Bundesregierung auch persönliche Sicherheit.

Was will uns der Autor dieses Satzes mitteilen? Dass unter einer CDU-geführten Bundesregierung die Jagd auf Schwarze freigegeben wird? Ist das jetzt nur übelste Propaganda oder verstehe ich da etwas falsch?

Ostkompetenz

Filed under: Politisches - Rayson @ 12:58

Ob es mir als Wessi ansteht, die Gehässigkeit zu mögen, mit der das “Ad hoc“-Weblog des Handelsblatts begründet, warum nur die PDS über echte Ostkompetenz verfügt, weiß ich zwar nicht so richtig, aber ich maße es mir dann eben mal an…

Nun wollen Sie wissen was Ostkompetenz ist? Nun, es handelt sich dabei in erster Linie um die Fähigkeit, einen Staat in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ruin zu treiben oder wahlweise um die Fähigkeit, aus diesen Trümmern blühende Landschaften erstehen zu lassen. Womit bewiesen wäre, dass tatsächlich nur die Mitglieder der SED-Nachfolgepartei PDS und hier auch nur die mit einem alten SED-Parteibuch in der Schublade, über die wirklich echte Ostkompetenz verfügen.

Andrea Nahles und die MS Deutschland

Filed under: Politisches - Rayson @ 11:04

Bei “Alexander und der gordische Knoten” ist ein höchst amüsanter Kommentar nachzulesen, den jemand als Antwort auf die zu erwartende Kritik von Andrea Nahles am FDP-Parteiprogramm in ihrem Blog geschrieben hat.

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