Unfrisiertes

30.07.2005

There’s no business like…

Filed under: Kurioses, Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 20:51

Manchmal habe ich den Eindruck, als stehe die Nutzung von Präsentationssoftware wie MS Powerpoint in einem direkt proportionalen Verhältnis zur Debilität im oberen und mittleren Management. Die Zeit, die heutzutage für Problemlösungen und Neuentwicklungen aufgewendet wird, scheint nur noch halb so lang zu sein wie jene, die man braucht, um sein Werk irgendwelchen “Entscheidungsträgern” begreiflich zu machen. Das verbale Verständnis im Management dürfte, den allgemein üblichen Richtlinien für solche Vorlagen nach zu urteilen, sich ungefähr auf Kindergartenniveau zurückentwickelt haben. Nie mehr als fünf Worte auf einer Seite, aber viele, viele Bildchen. Statt Enten und Elefanten jetzt Strichmännchen und Pfeile - immerhin ist eine gewisser Gewinn an Abstraktionsfähigkeit im Vergleich zu Vierjährigen nicht zu leugnen.

Und so sitzen sie denn freitags alle im ICE mit ihren aufgeklappten Laptops, zimmern sich die Bildershow für ihren Klon des Dilbert-Bosses zusammen und nennen das Ganze dann Arbeit.

5 Comments »

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  1. Ich weiß ja nicht, in welcher Branche Du arbeitest, aber bei uns wird Powerpoint lediglich für die Kernpunkte der Argumentation genutzt. Der Rest geht eye-to-eye im Gespräch.

    Comment by costas — 31.07.2005 @ 15:57

  2. PS: ohne jeglichen visuellen Schnickschnack.

    Comment by costas — 31.07.2005 @ 15:58

  3. *lol* Jaaaa… das kommt mir irgendwie bekannt vor.

    Ganz besonders schnuffig war allerdings mal der Firmenchef (KMU), der der Meinung war, er brauche niemanden zu bezahlen, um seine Website zu machen. Entsprechend wurde sie dann von ihm höchstselbst mit Powerpoint erstellt und entsprechend ist sie geworden - womit er grandiose Lacher von jedem kassierte, der auch nur minimal was davon versteht.

    Auch sonst lege ich die Ohren wie eine angreifende Katze an, wenn ich was von Präsentation höre =)

    Comment by JC — 2.08.2005 @ 9:42

  4. Ja, das fing (ganz frische Vergangenheitsform) ja bei uns in der Schule schon an. Mein Tutor war/ist glühender Verfechter des Storyboard-Ansatzes (immer nur drei Punkte und so). Aber Strichmännchen in solchen Präsentationen find ich toll. Hab mal mit nem Freund mit Hilfe von Strichmännchen die Grundlagen des Wirtschaftsliberalismus erklärt, das ging gut. Die Kapitalisten haben alle böse geguckt, hatten Zylinder auf und rauchten Zigarre. :-)

    Comment by dointime — 2.08.2005 @ 14:26

  5. Ja, unser Prof meinte irgendwann, dass die Hochglanzdatenseminare ihm was verschweigen. Deswegen wollte er dann halbjährliche Progress-Reports der AG-Leiter mit “Rohdaten”.

    Naja, da er mit den langen Zahlenkolonnen und Fotos aus dem Labortagebuch nichts anfangen konnte waren die “Rohdaten” am Ende doch vorverdaut.

    Aber für Kongressvorträge war er der Meinung,, dass man bescheidene Versuchsdaten schon ansprechend darstellen solle.

    Das Dasein wird halt vom Design bestimmt.

    Comment by marcc — 7.08.2005 @ 8:05

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