Unfrisiertes

31.08.2005

Verantwortung

Filed under: Politisches - Rayson @ 21:43

Mein spezieller Freund, Robert Mugabe, seines Zeiches volksabsolutistischer Herrscher von Simbabwe, demonstriert dankenswerterweise, wer und was für Afrikas Entwicklungsrückstand verantwortlich ist.

Wer ist bereit, eine Korrelation zwischen “Grad des Kapitalismus” und “Hunger und Not” in Afrika herzustellen?

Neu Kategorie

Filed under: Staatsversagen - Rayson @ 21:19

Es gibt eine neue, aber dem Blogautor sehr wichtige Kategorie bei “Unfrisiertes”: Staatsversagen.

Und damit jeder weiß, was ich damit meine, fange ich mal mit einem instruktiven Beispiel von liberalismus.at an.

Alternative

Filed under: Politisches - Rayson @ 14:02

Nach- zum letzten Eintrag: Wer sich weniger der eigenen Denkfaulheit verschrieben hat und nichts von fußballvereinähnlichen Abgrenzungen in der Politik hält, für den sollte dieser Artikel zur Pflicht werden:

“Bewegung und Beharrung” von Tobias Dürr, seines Zeichens Chefredakteur eines Sozi-Blatts

Sie sind mitten unter uns

Filed under: Politisches - Rayson @ 13:58

Es ist ja nachvollziehbar, dass Linke, die sich und ihre Forderungen in der öffentlichen Diskussion nicht ausreichend gewürdigt sehen, nach Gründen dafür suchen. Ich verstehe auch ihr Problem, dass immer mehr Menschen, denen man gemeinhin ein gewisses Fachwissen zutraut, unabhängig von ihrem individuellen Hintergrund zu einander ähnlichen Erkenntnissen kommen, die leider den Nachteil haben, nicht so richtig das zu sein, was sich manche Linke unter “anständig links” vorstellen, also damit “neoliberal” genannt werden müssen. (more…)

29.08.2005

Bock als Gärtner

Filed under: Politisches - Rayson @ 21:12

Von Pierer soll die angebliche neue Bundeskanzlerin Merkel in Wirtschaftsfragen beraten. Er wolle sich inbesondere dem Thema “Innovationen” widmen. Jetzt halten wir alle mal ein paar Minuten inne und zählen die letzten Innovationen aus dem Hause Siemens auf… Nicht traurig sein, wenn keinem was eingefallen ist, zur Not kann man die Resultate seines Scheiterns ja noch an wirklich dynamische Unternehmen weiterverscheuern.

Aber wenn hier einer der größten Lobbyisten für Softwarepatente sich als Förderer von “Innovation und Wachstum” aufspielt, dann ist das wirklich nicht mehr Politik, sondern nur noch Realsatire.

Zur Erinnerung

Filed under: Politisches - Rayson @ 19:57

Rechnet nicht mit mir beim Fahnen schwenken,
ganz gleich, welcher Farbe sie auch sei’n.
Ich bin noch imstand’, allein zu denken, und
verkneif’ mir das Parolenschrei’n.
Und mir fehlt, um öde Phrasen,
abgedroschen, aufgeblasen,
nachzubeten, jede Spur von Lust.
Und es passt, was ich mir denke,
auch wenn ich mich sehr beschränke,
nicht auf einen Knopf an meiner Brust!
Ich will in keinem Haufen raufen, lass
mich mit keinem Verein ein!

Das mit dem Verein stimmt bei mir zwar in dieser Absolutheit nicht, aber auf den Rest versuche ich zu achten wie damals Reinhard Mey in seinem Lied “Bevor ich mit den Wölfen heule”. Ich halte in der Politik Unterscheidungen nach Gut und Böse für lächerlich. Debile Konservative öden mich genau so an wie linke Pawlowhunde. Die Grenze verläuft zwischen dumm und intelligent, und sie geht quer durch jämmerliche Blog-Fronten.

Mir sind Nite Owls nachdenkliche Betrachtungen zum “Heimatabend” jedenfalls sehr sympathisch.

27.08.2005

Neue Links

Filed under: Politisches - Rayson @ 18:34

Die Blogosphere ist zum Glück nicht homogen, und ich suche hin und wieder Blogs auf, die zwar in ihrer Tendenz nicht meiner Meinung entsprechen, dafür aber für mich um so wichtiger sind. Die aus meiner Sicht besuchenswertesten habe ich in der - dem Wachstum verpflichteten - Kategorie “Andere Meinung” zusammengefasst.

Luxus-Lafontaine?

Filed under: Politisches - Rayson @ 17:49

Oskar Lafontaine, dem Streiter wider die Ungerechtigkeit gegenüber der ignoranten Arroganz, wird immer wieder vorgeworfen, dass er ein Luxusleben führe, aber gleichzeitig Umverteilung predige.

Ich frage mich, warum das in dieser Republik ein Vorwurf ist. Schließlich ist es bei uns Usus, nicht einfach das, was wir für richtig halten, selbst zu praktizieren, sondern den Staat aufzurufen, uns dazu zu zwingen. Wir gieren nach Freiheitsverlust, weil wir es nicht ertragen könnten, wenn andere unserem hehren moralischen Handeln nicht folgen und sich damit in einer Position halten, die wir insgeheim doch als die bessere einstufen. Der Schaden, die eigene Freiheit eingeschränkt zu sehen, wird in unserer Neidgesellschaft dadurch kompensiert, dass Andere mitmachen müssen.

Beispiel: Tempo 100. Wieviele der Menschen, die für eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 km/h eintreten, halten sich schon jetzt, also oft freiwillig, daran? Oder sollte der Genuss, die Fahrer PS-schwerer Boliden durch staatliche Macht auf das eigene Niveau herunterbremsen zu können, wichtiger sein als der Anspruch an sich selbst?

Lafontaine ist nur konsequent. Ob er darüber hinaus glaubwürdig ist, ist eine andere Frage. Ein Reicher, der zu seiner vermehrten Besteuerung aufruft, könnte hier vielleicht einen Bonus beanspruchen. Wenn nicht gerade das der Förderung seines Reichtums dienlich wäre…

Brutale Gerechtigkeit, Teil III

Filed under: Politisches - Rayson @ 17:12

Dem Ministerpräsidenten Niedersachsens, der großen westlichen, männlichen Hoffnung der CDU, Christian Wulff, verdanken wir einen neuen Gerechtigkeitsbegriff: Die “gefühlte” Gerechtigkeit. “Gefühlte Gerechtigkeit” nach Wulff (im “Spiegel”) verlangt, dass jemand, der 1,5 Millionen Euro im Jahr über den Freibeträgen verdient, einen höheren Prozentsatz seines Einkommens an Steuern zahlen als jemand, der 50.000 Euro darüber liegt.

Man beachte die tariftechnische Neuerung, die progressive Wirkung von Freibeträgen absichtlich und grundlos auszuschalten. Offensichtlich handelt es sich bei der “gefühlten Gerechtigkeit” aber auch um eine Art “Luxusgerechtigkeit”, denn das Problem, beim zu versteuernden Einkommen 50.000 Euro über den Kirchhoffschen Freibeträgen zu liegen, würden sich viele Bundesbürger geradezu wünschen.

Wann merkt Merkel eigentlich, dass sie Vorsitzende einer sozialdemokratischen Partei für Besserverdienende ist?

Metaumfrage

Filed under: Politisches - Rayson @ 10:49

Allmählich kann die Politik wirklich daran denken, das Volk abzuschaffen, ohne ein neues zu wählen: Jetzt berufen sich manche Medien für ihr lautes Pfeifen im Wald schon auf Umfragen unter Meinungsforschungsinstituten.

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