Mindestlohn
Es war absehbar, dass ein Sonnenkönig und ein Napoleon nicht auf Dauer nebeneinander einträchtig agieren können. Laut SPON hält Lafontaine die Mindestlohnforderung der Linkspartei für zu hoch.
Das allerdings überrascht mich jetzt wirklich, denn so, wie die Linke Mindestlohnforderungen zu begründen pflegt, wäre jede Obergrenze für diese ganz und gar segensreiche Maßnahme Unsinn. Wen die logische Bindung des Lohns an die Grenzproduktivität der Arbeit stört, lädt sich eben die Pflicht auf, einen anderen Maßstab beizubringen. Ich kann nicht erkennen, dass die deutsche Linken dem je nachgekommen wäre - von daher sind Mindestlohnforderungen von 1.400 Euro eher als kümmerlich zu bezeichnen: Was für ein Nachfrageschub und Gewinn an sozialer Gerechtigkeit entstünde erst, wenn wir diese Zahl verzehnfachten!
Wie anders als mit gutsherrenartiger Generosität gegenüber den kapitalistischen Ausbeutern will der gute Oskar also diese von ihm gewollte Selbstbeschränkung begründen?
