Unfrisiertes

13.08.2005

Wirtschaftskompetenz, die 2.

Filed under: Politisches - Rayson @ 19:47

Die CDU hat das Rätsel gelöst. Fachfrau ist die Kanzlerkandidatin.

Das ist zugleich eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass kein Spinner wie Seehofer, Geißler oder Blüm diesen Job übernommen hat, Die schlechte ist, dass man keinen Wirtschaftsexperten finden konnte.

Also: Auch mit der CDU bliebe alles beim Alten. Bundespräsident Köhler ist in seiner Analyse weiter als unsere zukünftigen Gestalter. Das macht Angst. Vor allem denen, die hier bleiben müssen.

Linux-Wunder

Filed under: Computerisches - Rayson @ 19:11

Ok, ich probiere es schon seit einigen Jahren, auf Linux zu wechseln, weil ich Monopole einfach hasse und auch nicht abgeneigt bin, mehr über meine Kiste hier herauszufinden - einmal eine von Grund an aufbauen hat sich doch einfacher als vermutet herausgestellt. Nebenbei gesagt ist mir Linus viel sympathischer als Bill. Oder als Richard.

Seitdem ich vor einem Jahr die damals aktuelle Version von Kanotix auf meine Festplatte gepackt und durch ständige “apt-gets” immer mehr auf den aktuellen Stand eines Debian Sid gebracht hatte, konnte ich erstmals meinen Wunsch in die Realität umsetzen.

Jetzt hat mich jedoch mal die Neugier gepackt, Celestia auszuprobieren. Nur brauchte ich dafür die 3D-Beschleunigung des herstellerseitigen Nvidia-Treibers. Kano sei Dank war ein solches Skript denn auch installiert, bloß fand ich danach damals, wie so viele Linux-User auch, die Schriften auf meinem Bildschirm einfach ätzend. Verwaschen und unscharf, allesamt, selbst unter der VMWare-Maschine, in die ich Windows mittlerweile verbannt habe. Ich habe viel probiert, aber geholfen hat nix. Wenigstens Celestia lief.

Heute war mal wieder ein “apt-get upgrade” fällig, schließlich gab es neue XOrg-Treiber und vieles mehr. Erinnerung: Ich mag keine verwaschenen Schriften. Danach war mein Problem gelöst: Keine unklaren Schriften mehr, denn die grafische Oberfläche lief erst gar nicht. Kleiner Schock. Linux-User sind zwar ebenso wie alle anderen Computer-Anwender Ärger gewohnt, fühlen sich aber durch zahlreiche Mitteilungen ihres Rechners und entsprechende Boards im Internet eigentlich auf der sicheren Seite. Doch mich packte der Ehrgeiz. Zwar kam ich mit dem GNU-Treiber “nv” dennoch in mein KDE, aber der brachte nicht die 3D-Performance, die Celestia will, und ich wollte alles.

Was macht der Kanotix-Jünger in solchen Fällen? Er öffnet eine Konsole und tippt “install-nvidia-debian.sh” ein. Den Rest macht Kano, und das macht er verdammt gut. Wie durch Zauber: Der X-Server läuft unter dem Nvidia-Treiber, und die Schriften bestechen durch Klarheit.

Keine Ahnung, warum die Addition von zwei Problemen und einer potenziellen Lösung ein sauberes System ergibt, aber Kano ist mein Held!

UPDATE: Die berühmten unscharfen Schriften unter dem Linux-Grafikserver X-Windows füllen ganze Websites. Manchmal, wenn man seinen TFT an einem DVI-Ausgang zu hängen hat, liegt es auch nur an einer falsch eingestellten Auflösung…

Das Ende der Freiheit

Filed under: Politisches - Rayson @ 14:52

Das Buch von Fareed Zakaria, “Das Ende der Freiheit?”, hat, wenn ich der Zeitung glauben darf, die das Buch letztlich auch verlegt, international große Aufmerksamkeit ausgelöst.

In diesem Buch relativiert Zakaria das “Prinzip Demokratie”, so weit es sich ausschließlich auf das Abhalten von Wahlen bezieht. Er sieht die Demokratie mehr als Mittel auf dem Weg, für die Menschen Freiheit und Menschenrechte zu garantieren, und kommt zu dem Schluss, dass es deswegen auch ein “Zuviel an Demokratie” geben kann. (more…)

Stoiber und die klugen Ossis

Filed under: Politisches - Rayson @ 14:05

Jürgen Kaube beleuchtet im Feuilleton der F.A.Z. die Aussagen Stoibers und bestätigt meinen Blogger-Spezi Boche im Streiflicht: Die Mobilität der klugen Köpfe und kräftigen Hände der Ostdeutschen in den Westen ist ausschlaggebend für das Bild, das der Osten heutzutage oft bietet. Kaube entnimmt aus einer Untersuchung der Bundeswehr einen Zusammenhang von regionaler Arbeitslosigkeit und Intelligenz, der einigermaßen logisch nur so interpretiert werden kann, dass die Intelligenz mehr Chancen hat, Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit zu verlassen und woanders Einkommensquellen zu erschließen.

So gesehen hat Stoiber völlig Recht, allerdings wohl auf andere Weise, als er selbst es meinte.

Zum Schluss untersucht Kaube die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit auf Stoibers Bemerkungen und kommt dabei zu einem bemerkenswerten Schluss. Er zitiert John Cleese, Ex-Monty-Python und Zerstörer aller Political Correctness in seiner Serie “Fawlty Towers” (”don’t mention the war!”), mit der Bemerkung, dass Politische Korrektheit wegen ihres Minderheitenschutzes zwar im Prinzip eine gute Sache sei, aber immer dann problematisch werde, wenn (Zitat Kaube)

diejenigen Mitglieder einer Gruppe, die am empfindlichsten seien, den Ton angäben und die Standards festlegten. Das führe nämlich dazu, daß die Minderheit der Extraempfindlichen und Leichtbeleidigten bestimme, was jeweils zu einer Sache noch gesagt werden kann.

Also kommt Kaube zu einer Schlussfolgerung, die ich völlig teile:

Wenn der Eindruck nicht sehr täuscht, dann befinden wir uns gegenwärtig in einem Wahlkampf, in dem die Produktion solcher Extraempfindlichkeiten betrieben wird. Alles, was gesagt wird, wird von den Parteien darauf abgetastet, ob nicht eine Beleidigung drinsteckt. Dem Volk wird geradezu empfohlen, sich leicht beleidigbar, erniedrigt und entrechtet zu fühlen. Das ist eine Dummheit ganz eigener Art.

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