31.08.2005
Nach- zum letzten Eintrag: Wer sich weniger der eigenen Denkfaulheit verschrieben hat und nichts von fußballvereinähnlichen Abgrenzungen in der Politik hält, für den sollte dieser Artikel zur Pflicht werden:
“Bewegung und Beharrung” von Tobias Dürr, seines Zeichens Chefredakteur eines Sozi-Blatts
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Also ich muß denkfaul sein: als Langzeitarbeitsloser weiß ich immer noch nicht welche Konsequenzen ich daraus ziehen sollte. Soll ich die Partei der Beharrung wählen, da für mich persönlich der Zug schon abgefahren ist ? Und für welche konkrete Politik bzw. konkreten Maßnahmen steht diese Partei der Bewegung ?
An Dingen wie: … dann folgt hieraus zwingend, dass die Schaffung guter und gleicher Bildungschancen für alle zum sozialen Gerechtigkeitsgebot des 21.Jahrhunderts schlechthin wird. werden sich weiterhin die Geister scheiden. Die Einen werden nach der Gesamtschule schreien und Studiengebühren ablehnen, während die anderen auf ein dreigliedriges Schulsystem beharren, das möglichst selektiv ist.
Comment by Klaus Brüssel — 1.09.2005 @ 19:57
Die “Partei der Beharrung” kannst du genau so wenig wählen wie die “Partei der Bewegung”, weil die Grenze eben zwischen den echten Parteien hindurchläuft.
Und warum müssen Gesamtschulen oder dreigliedriges Schulsystem Gegensätze sein? Warum keine völlig freie Schulwahl mit “Bildungsgutscheinen”?
Comment by Rayson — 2.09.2005 @ 12:03
Mein Kommentar zielt gar nicht auf die Gegensätze des jetzigen Systems, dein Vorschlag wäre einfach nur eine dritte Variante und es gibt sicherlich eine vierte und fünfte …
Sich in Bewegung zu setzen heißt eben auch sich für eine Richtung zu entscheiden. Daraus entsteht ein Problem: falls zwischen der Entscheidung und der daraus entstehenden Konsequenzen etliche Jahre liegt, wie beim Thema Bildung, ist das Potential sehr hoch, dass wir uns sehr lange auf Irrwegen befinden. Der steigende Veränderungsdruck bedeutet aber Entscheidungen schneller zu überdenken. Für mich ist das auch der Grund warum *hier* ein “Markt”, in dem Menschen völlig frei entscheiden, nicht funktioniert. Da laufen etliche in die falsche Richtung und werden dies vielleicht erst spät merken.
Ein zweites Problem, das auch Dürr völlig offen läßt, ist die einfache Tatsache, dass man nicht jeden Menschen so ausbilden können, dass er eine Mindeststandard erreicht - selbst bei optimaler Ausbildung. Die mentalen Fähigkeiten mancher Menschen ist eben begrenzt, das wagt nur niemand, schon gar nicht Politiker, auszusprechen. Was machen wir mit diesen Menschen ? Wann wird das Ausschöpfen aller geistigen Potentiale in Deutschland an seine Grenzen kommen ?
Comment by Klaus Brüssel — 2.09.2005 @ 15:10