Unfrisiertes

12.09.2005

FTD: Vertrauensvorschuss für die FDP

Filed under: Politisches - Rayson @ 10:24

Die Financial Times Deutschland hat ihre Wahlempfehlung abgegeben. Sie enthält bei allen Vorbehalten ein klares Votum für schwarz-gelb. Schon die folgenden Zitate, die in abgewandelter Form das wiedergeben, was auch in diesem Blog schon zu lesen war, bringen es auf den Punkt:

Inhaltlich ist es Rot-Grün bis heute nicht gelungen, aus dem in der Not geborenen Ad-hoc-Programm - nicht weniger, aber auch nicht mehr ist die Agenda 2010 - eine Gesamtstrategie zu entwickeln. Die Regierung konnte zuletzt kaum noch erklären, welche Schritte sie demnächst aus welchen Gründen in Angriff nehmen würde. Die Wahlprogramme von SPD und Grünen sprechen mehr über soziale Retuschen an der eigenen Politik als davon, wie diese Politik weiter vorangetrieben werden kann. Es sind Programme für die Opposition.

Wir unterstützen einen Wechsel zu Schwarz-Gelb, weil wir hier - bei allen Risiken - die mit Abstand größte Chance für einen stimmigen und verlässlichen Reformkurs sehen. Wir glauben, dass Angela Merkel ihre Partei vergleichsweise gut aufgestellt hat. Aber wir meinen auch, dass sie nur mit einer starken FDP ihre liberale Politik durchsetzen kann.

Etwas Kritisches zu meiner Partei will ich aber nicht verhehlen, zumal ich auch damit übereinstimme:

Über den fälligen Wandel von der Klientelpartei zur wirklich liberalen Stimme wird in der Partei zwar gestritten - glaubwürdig vollzogen ist dieser Schnitt aber bisher noch nicht.

Wir setzen darauf , dass die Liberalen ihre Ideen künftig nicht mehr auf dem Altar kurzsichtiger Klientelpolitik opfern. Und wir hoffen, dass ein Politiker wie Rainer Brüderle, der diese Politik wie kein anderer verkörpert, mit seinem verkümmerten liberalen Ökonomieverständnis nicht Bundeswirtschaftsminister wird.

6 Comments »

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  1. Die gelbe Gefahr:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20912/1.html

    Comment by NY — 12.09.2005 @ 11:00

  2. Da stellt sich mir die Frage:
    Hast du den FTD-Artikel geschrieben? Hab ich ihn (vielleicht im letzten Rausch) gar geschrieben?

    Kurzum: Die Zeilen sprechen mir aus der Seele!

    Comment by Boche — 12.09.2005 @ 11:09

  3. NY fasst gut zusammen, auf welch oberflächliche Art im Wahlkampf Kritik geübt wird:
    Vom “programmatischen Burn-Out” schreiben und statt des Programmes Äußerlichkeiten und eigene Befindlichkeiten thematisieren.

    Comment by Boche — 12.09.2005 @ 11:12

  4. Rüdiger Suchsland ist ein Dummschwätzer par excellence. Man muss sich nur mal die “Herr der Ringe”-Kritiken von ihm antun, in denen er Tolkiens Werke als (natürlich) faschistisch “enlarvt”.

    Aber wie ich schon bei S&W als Kommentar schrieb: Der Hass der Feinde der Freiheit ist die beste Referenz für die FDP.

    Comment by Rayson — 12.09.2005 @ 11:39

  5. Traurig nur, dass diese Referenz nur bei denen wirkt, die derlei nicht brauchen.

    Comment by Boche — 12.09.2005 @ 13:15

  6. Hm, wieso ist die FTD mir plötzlich sympathisch? Ah, der Rainer Brüderle-Absatz, der war es.
    :-)

    Comment by marcc — 12.09.2005 @ 13:54

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