Unfrisiertes

18.11.2005

Personalabbau - ein Zeichen von Managementqualität?

Filed under: Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 16:15

Um mich gleich mal vor den falschen Freunden zu schützen: Ich bin dafür, dass Unternehmen Personal abbauen dürfen, soviel und wann sie wollen.

Die Frage ist nur: Ist das auch tatsächlich wertsteigernd? In den VDI-Nachrichten ist ein Artikel von Markus Wendt und Erich Feldmeier (Human Capital Club) zu finden, der die kurzfristige Ergebnisfixierung mancher Manager aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht kritisiert. Mit nachvollziehbaren Argumenten, wie ich finde.

Update: Der passende Dilbert-Cartoon dazu…

6 Comments »

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  1. Mich wundern die Muster, nach denen die Chefs handeln. Denn die sind ja nicht neu. Und jeder hat sie - wenn nicht Sohn oder TOchter und Chefsesselbeerber - schon mal als Untergebener erlebt, verlacht, kritisiert, nicht verstanden, erlitten und gehasst. Wieso lernen die Menschen so schlecht? Wird nach der Beförderung das Gehirn umprogammiert? ;-)

    Comment by marcc — 21.11.2005 @ 21:07

  2. Das ist wohl die Mischung aus ungeheurem Druck (von oben und/oder von außen) und Hilflosigkeit bzw. Überforderung. Und die alte Regel von den Dingen bzw. Zusammenhängen, die man sieht und die man nicht sieht.

    Es ist jedenfalls noch kein CEO dafür gefeuert worden, dass er zu viele Leute rausgeschmissen hat. Fehler im Personalwesen haben ungeheure Auswirkungen, wirken aber verzögert und sind nicht direkt ihren Folgen zurechenbar. Bei Fußball-Vereinen ist es auch nicht anders: Obwohl man es eigentlich besser wissen müsste, werden da seit Generationen dieselben Fehler in der Zusammensetzung der Kader gemacht.

    Comment by Rayson — 21.11.2005 @ 21:35

  3. Ich hoffe du änderst jetzt nicht deine Meinung, weil ich als Linker den Aussagen des Artikels ebenfalls zustimmen muss. ;-)

    Nur würde ich mal behaupten, dass Ähnliches auch für mangelnde soziale Sicherheit auf volkswirtschaftlicher Ebene gilt: Wenn der Arbeitsplatzverlust mit extremem sozialen Abstieg verbunden ist, schwinden Kreativität und Risikobereitschaft. Angst vor unsicheren Verhältnissen, führt vielleicht dazu, Lohnverzicht zu leisten, länger zu arbeiten und mehr Bewerbungen zu schreiben, insgesamt kann sie aber eine Gesellschaft auch lähmen - und davon ist unsere Gesellschaft gar nicht so weit weg.

    Comment by dointime — 24.11.2005 @ 16:47

  4. @dointime

    Ich hoffe du änderst jetzt nicht deine Meinung, weil ich als Linker den Aussagen des Artikels ebenfalls zustimmen muss. ;-)

    Keine Sorge, deswegen ja auch mein Einleitungssatz :-)

    Das stimmt: Angst ist, so gerne sie auch von hilflosen Vorgesetzten eingesetzt wird, auf Dauer kontraproduktiv. Eine ängstliche Gesellschaft ist nicht innovativ, eine ängstliche Wirtschaft wächst nicht.

    Nur hilft uns das leider nicht wirklich als Alternative: Wem die Endlichkeit von Ressourcen schon Angst macht, der wird sein Problem nie gelöst bekommen.

    Ich bin aber gerade deswegen Liberaler, weil ich der Meinung bin, dass eine Gesellschaft, die ökonomische Realitäten nicht verleugnet, sondern versucht, sie zu nutzen, auf Dauer selbstbestimmtere Individuen hervorbringen wird als jede andere. Wir müssen davon weg, Arbeitsplätze als Gnade zu betrachten, die von Unternehmen gewährt wird. Wir müssen wieder dahin, Arbeitsplätze als Quelle von Unternehmensgewinnen zu sehen.

    Das bedeutet auch, dass der Arbeit”nehmer” sich endlich als Arbeitgeber sieht, der ein gutes Produkt zu verkaufen hat, und der von seinem momentanen Vertragspartner, dem de facto Arbeitnehmer, aber herkömmlichen Arbeit”geber”, im Grund völlig unabhängig ist. Nur das hilft letztendlich auch gegen irrationales Verhalten von einzelnen Unternehmen. Wie das geht? Über Marktpreise.

    Comment by Rayson — 24.11.2005 @ 17:03

  5. “Das bedeutet auch, dass der Arbeit”nehmer” sich endlich als Arbeitgeber sieht, der ein gutes Produkt zu verkaufen hat, und der von seinem momentanen Vertragspartner, dem de facto Arbeitnehmer, aber herkömmlichen Arbeit”geber”, im Grund völlig unabhängig ist”

    Aber diese Unabhängigkeit ist letzten Endes nur durch eine gute soziale Absicherung zu erreichen…

    Comment by dointime — 6.12.2005 @ 17:25

  6. Aber diese Unabhängigkeit ist letzten Endes nur durch eine gute soziale Absicherung zu erreichen…

    Aus meiner Sicht höchstens vorübergehend und mehr symptombekämpfend. “Letzten Endes” entsteht diese Unabhängigkeit aus einem am Markt nachgefragten Angebot.

    Soziale Absicherung wäre dann nur noch etwas für diejenigen, die das aus eigener Kraft nicht hinbekommen.

    Comment by Rayson — 6.12.2005 @ 18:57

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