Unfrisiertes

20.12.2005

Werbung, zielgruppengerecht

Filed under: Computerisches, Kurioses - Rayson @ 16:38

Aus irgendwelchen Gründen will mein Popup-Blocker manchmal nicht, wenn ich dilbert.com ansurfe. Dann erfahre ich die Segnungen modernen, zielgruppengerechten Marketings, dem man sich nicht entziehen kann:

Meldung

Eine Software, die zum Schüttelreim einlädt und dann über das Sexualverhalten gewisser Skandinavier Auskunft gibt…

Aber wer hat in einem dunklen Winter nicht Angst vor Frösten? Und das erratische Verhalten mancher Typen in der Blogosphäre hat mich schon immer irritiert. Nett auch, dass der Anbieter die Installation seiner Software empfiehlt. Besonders hervorzuheben aber ist, dass er sich offensichtlich die Mühe gemacht hat, meine bevorzugten Spracheinstellungen aus dem Browser-Header zu entnehmen, um damit für meine Belustigung zu sorgen. Warum er dann das Betriebssystem (”isch ‘abe gar keine registerdatenbank”) aber ignoriert?

Ich versuchte also, mich dem Charme dieses Angebots zu verweigern und klickte auf “Abbrechen”. Daraufhin erschien diese wichtige Meldung:

Meldung1

Jetzt wäre ich als potenzieller Anwender doch etwas unsicher. Ich soll die Software herunterladen, nur um sie zu scannen und darauf zu hoffen, dass mein Computer sie dann auch findet? Also wieder “Abbrechen”. Und die Show geht weiter:

Meldung2

Eigentlich mag ich das nicht, wenn eine Software hinausposaunt, sie wolle mein System scannen, um Fehler zu erzeugen. Aber hier war ich des Stumpfsinns müde und klickte das Fenster weg, ohne dafür die schöne, plötzlich ihres “Abbrechen”-Begleiters verlustig gegangene “OK”-Taste zu wählen. Was nutzt mir die Bestätigung, dass Ad- und Spyware frei von zusätzlicher Ad- und Spyware ist?

10.12.2005

Das wichtigste Spiel 2006

Filed under: Persönliches, Kurioses - Rayson @ 19:05

… für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird das Spiel gegen Costa Rica sein.

Eine deutsche Mannschaft hat gegen technisch beschlagenere und konditionell inzwischen gleichwertige Teams nur dann eine Chance, wenn sie über diese berühmt-berüchtigten gruppendynamischen Prozesse, die sie bei großen Turnieren oft erzeugen konnte, über sich hinauswächst. Horst Eckel nannte das gestern “Kameradschaft”, aber sowas wäre von einer Arbeitsgemeinschaft junger Millionäre wohl zu viel verlangt. Einen besonderen “Teamgeist” könnten sie aber hinkriegen, gerade jetzt, wo auch der Ball so heißt. Aber vielleicht war die Namensgebung auch nur dem Wunsch der Firma adidas zu verdanken, dass der Ball nach 1972 wenigstens noch ein einziges Mal zum Freund deutscher Kicker werden könnte.

1990 trug das Erfolgserlebnis gegen die hoch eingeschätzten Jugoslawen die Mannschaft durch das ganze Turnier, 2002 der stimmige Kick gegen die hoffnungslos unterlegenen Saudis immerhin noch bis ins Finale. Zugegeben, 1974 war das erste Gruppenspiel nicht die große Initialzündung, aber erstens hatte diese Mannschaft auch ohne besonderen Zusammenhalt das Zeugs, sehr weit zu kommen, und zweitens wurde auch der dann noch nach dem in seiner Bedeutung unvergleichlichen Spiel gegen die DDR-Auswahl von der Lichtgestalt des deutschen Fußball geradezu erzwungen.

Also, gegen Costa Rica gilt’s. Eine lange Geschichte trostloser Eröffnungsspiele stimmt mich allerdings wenig hoffnungsfroh.

P.S. Mein Tipp: Natürlich Brasilien. Wenn es halbwegs normal läuft, kann die keiner schlagen. Höchstens eine deutsche Mannschaft mit “Teamgeist”.

7.12.2005

Mr. Spock, übernehmen Sie!

Filed under: Kurioses - Rayson @ 18:13

Nein, ich bin kein Fan des Meidericher SV, obwohl dessen Farben blau und weiß sind, und auch Norbert Meier zählt nicht zu meinen Fußballikonen.

Aber der DFB scheint mir in diesem Fall sehr weltfremd zu sein. Nehmen wir einen wie Norbert Meier. Den im eigenen Verein lange umstrittenen Trainer, der den Aufstieg in die erste Liga mit seiner Mannschaft schafft, aber auch gegen Halbzeit der Saison schon wieder wie ein sicherer Absteiger aussieht. Der Mann weiß, dass, sobald es knapp wird, vergangene Verdienste nichts zählen und sein Präsidium wieder einen dieser ominösen “Feuerwehrmänner” holen wird, um das für drei Clubs letztlich doch Unvermeidliche zu verhindern. Und es wird immer knapper. Dieser Mann also wird spätestens nach dem Anstoß eines Spiels, das er selbst nicht mehr wesentlich beeinflussen kann, derart mit allen möglichen Stresshormonen vollgepumpt sein, dass es nur eines kleinen Anlasses bedarf, um ihn zur Explosion zu bringen. Siehe Rudi in Island. Und jetzt stellt sich während eines Spiels ein Kicker der gegnerischen Mannschaft, also einer von denen, die ihn um seinen Job bringen können, provozierend vor ihm auf und beschimpft ihn. Was passiert?

Nach Ansicht des DFB wird der Übermensch Trainer in diesem Fall seinen Hormonen per Großhirnbefehl Einhalt gebieten und locker-lässig zu seiner Bank zurückschlendern. Sonst hagelt es Strafen. Ich schlage daher vor, die Stellenausschreibungen von Bundesligatrainern um den Satz zu ergänzen: “Gefühlsspektrum eines Mr. Spock erforderlich.”

15.11.2005

Pawlowsche Dackel

Filed under: Persönliches, Kurioses - Rayson @ 19:21

Kleine Quizfrage für die Älteren unter uns: Welchen Liedtext bekommt man, wenn man nach “Sind Sie der Halter dieses Dackels?” googelt?

Warum ich diese Frage stelle? Weil das der Satz ist, der mir immer als erstes einfällt, wenn ich einen Dackel sehe. Seltsame Konditionierung, obwohl ich fast alle Stücke des Liedautors aus dieser Zeit großartig finde.

Beim Googeln danach bin ich übrigens auf diesen interessanten Beitrag gestoßen. Hat mit meiner Konditionierung rein gar nichts zu tun, aber dafür mit besagtem Lied. Ist doch auch was in Zeiten, wo man nicht alles schlechtreden sollte.

8.11.2005

Buch-MeMe

Filed under: Kurioses - Rayson @ 1:13

Oh la la, ein Stöckchen von JC namens Buch-MeMe.

  • Schnapp dir das nächste greifbare Buch,
  • blättere zu Seite 23,
  • finde den 5. Satz,
  • poste den 5. Satz,
  • und setze diese Anleitung davor.

In vielen kontinentaleuropäischen Staaten gibt es ein Maßgeblichkeitsprinzip der Handelsbilanz für die Steuerbilanz mit mehr oder weniger ausgeprägtem formalen Inhalt.

aus: Alfred Wagenhofer, Internationale Rechnungslegungsstandards IAS/IFRS, 5. Auflage, verlag moderne industrie, Redline GmbH, Frankfurt/M. 2005

Extrem spannend, aber in der Nähe meines Computers befindet sich halt sowas…

Weitergereicht an Klaus Brüssel und Tino S..

5.11.2005

Patente auf Geschichten

Filed under: Computerisches, Kurioses - Rayson @ 0:11

Wir sollten es mit Spannung beobachten. Andrew F. Knight, seines Zeichens lt. Google ein Patentanwalt (der?), treibt es mit dieser Patentanmeldung auf die Spitze. Man genieße vor allem die Begründungen.

Mehr dazu bei golem.de.

4.11.2005

Perfect Matsch

Filed under: Kurioses - Rayson @ 23:14

Das tolle Dach, das über dem Frankfurter Waldstadion der Commerzbank-Arena errichtet wurde, hat einen kleinen Nachteil. Man darf es nicht benutzen, wenn es gebraucht wird (z.B. bei Schnee).

Passt doch großartig zur Bankenmetropole.

5.09.2005

Das wichtigste Ereignis des Wochenendes

Filed under: Kurioses - Rayson @ 16:28

… war natürlich das Fußball-Länderspiel gegen die Slowakei, das mit 0:2 verloren wurde. Wieder wurde mein Flehen nach einem alternativen Kommentator auf dem zweiten Kanal nicht erhört, und um meine Verzweiflung noch zu steigern, gaben Beckenbauer und Kerner um das Spiel herum auch noch eine Bewerbung als Statler & Waldorf (der Blog möge mir verzeihen) für die nächste Auflage der Muppet-Show ab. (more…)

30.07.2005

There’s no business like…

Filed under: Kurioses, Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 20:51

Manchmal habe ich den Eindruck, als stehe die Nutzung von Präsentationssoftware wie MS Powerpoint in einem direkt proportionalen Verhältnis zur Debilität im oberen und mittleren Management. Die Zeit, die heutzutage für Problemlösungen und Neuentwicklungen aufgewendet wird, scheint nur noch halb so lang zu sein wie jene, die man braucht, um sein Werk irgendwelchen “Entscheidungsträgern” begreiflich zu machen. Das verbale Verständnis im Management dürfte, den allgemein üblichen Richtlinien für solche Vorlagen nach zu urteilen, sich ungefähr auf Kindergartenniveau zurückentwickelt haben. Nie mehr als fünf Worte auf einer Seite, aber viele, viele Bildchen. Statt Enten und Elefanten jetzt Strichmännchen und Pfeile - immerhin ist eine gewisser Gewinn an Abstraktionsfähigkeit im Vergleich zu Vierjährigen nicht zu leugnen.

Und so sitzen sie denn freitags alle im ICE mit ihren aufgeklappten Laptops, zimmern sich die Bildershow für ihren Klon des Dilbert-Bosses zusammen und nennen das Ganze dann Arbeit.

Brummer

Filed under: Persönliches, Kurioses - Rayson @ 20:38

Kann mir mal einer erklären, warum diese dicken Brummer zwar durch meine weit geöffnete Balkontür in die Wohnung hineinfliegen können, in der umgekehrten Richtung aber jede Möglichkeit nutzen, sich durch einen schmalen Spalt hindurch zwischen geöffneter Tür und Vorhang selbst einzukesseln? Um dann unermüdlich brummend ihr freiwillig gewähltes Schicksal zu beklagen?

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