Ein Bild sagt mehr als tausend Worte…
… das stimmt immer, und bei Dilbert ganz besonders.
Zur Diskussion darüber, wie man Vorstandsvorsitzende bezahlen soll, würde mir nie etwas besseres einfallen als das hier.
… das stimmt immer, und bei Dilbert ganz besonders.
Zur Diskussion darüber, wie man Vorstandsvorsitzende bezahlen soll, würde mir nie etwas besseres einfallen als das hier.
Um mich gleich mal vor den falschen Freunden zu schützen: Ich bin dafür, dass Unternehmen Personal abbauen dürfen, soviel und wann sie wollen.
Die Frage ist nur: Ist das auch tatsächlich wertsteigernd? In den VDI-Nachrichten ist ein Artikel von Markus Wendt und Erich Feldmeier (Human Capital Club) zu finden, der die kurzfristige Ergebnisfixierung mancher Manager aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht kritisiert. Mit nachvollziehbaren Argumenten, wie ich finde.
Update: Der passende Dilbert-Cartoon dazu…
Der US-Autoriese General Motors (ich liebe diese abgegriffenen journalistischen Formeln) hat jetzt bekanntgegeben, er habe sich im Gewinn des Jahres 2001 um schlappe 300 bis 400 Millionen Dollar zu seinen Gunsten vertan. Lieferantenkredite seien irrtümlich als Einnahmen gebucht worden. Ja, wer hat dafür kein Verständnis? Passiert uns das nicht auch hin und wieder, dass wir den Kredit, den wir von unserer Bank bekommen, mit einem Zinsertrag oder eine Dividende verwechseln? Wir sind doch alles nur Menschen. (more…)
Laut Handelsblatt hat Siemens beim jüngst für ca. 1 Milliarde Euro erworbenen österreichischen Unternehmen “VA Tech” plötzlich Millionenverluste entdeckt. Deren deutscher Tochtergesellschaft soll es gelungen sein, einen Umsatz von 31 Millionen Euro in einen mehr als doppelt so großen Verlust zu verwandeln. (more…)
Die Sanierung bei Karstadt scheint gelungen. Man kann sich endlich um Nebensächlichkeiten kümmern: Karstadt-Chef Middelhoff wünscht sich einheitliche Kleidung des Verkaufspersonals. Begründung: Die Kunden könnten die Mitarbeiter sofort erkennen. Das scheint mir sinnvoll, nachdem das Personal so weit abgebaut wurde, dass man es auf der Etage suchen muss. Ich frage mich nur, welche Middelhoff-Freundin den lukrativen Design-Auftrag bekommen wird, denn einen Wettbewerb soll es natürlich nicht geben. Man muss ja sparen.
Die Börse hat diese guten Nachrichten noch nicht zur Kenntnis genommen: Die Aktie von Karstadt-Quelle verlor im Tagesverlauf. Zeit einzusteigen.
Du merkst, dass dein Konzern zu groß ist, wenn diejenigen, die neue Mitarbeiter werben sollen, vom eigentlichen Markt deiner Firma keine Ahnung mehr haben…
Microsoft wollte Eric S. Raymond als Mitarbeiter gewinnen. (more…)
Wenn sich mal jemand gefragt haben sollte, warum der Ruf nach der Anerkennung von “geistigem Eigentum” meistens nur von Großunternehmen kommt, der findet vielleicht hier eine Antwort.
Liberalismus.at hat völlig Recht: Die Lektüre von Frédéric Bastiats “Was man sieht und was man nicht sieht” (“Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas”, deutsche Ausschnitte hier), aus der auch die “Broken Window Fallacy” (Begriff aus dem englischen Text entlehnt) kommt, sollte vor allem für die Politik verpflichtend werden.
Dann besteht vielleicht noch die geringe Hoffnung, dass uns so ein Quatsch zukünftig erspart bleibt, wie ihn Stoiber hier verzapft hat:
Stoiber wörtlich: „Die zusätzliche Mehrwertsteuer, die dadurch entsteht, dass der Ölpreis explodiert, die müssen wir für die Absenkung des Benzinpreises einsetzen.“
Wenigstens die Jungs (und Mädels) im Bundesfinanzministerium haben’s begriffen:
Da die Kraftstoffpreise auch der preisabhängigen Umsatzsteuer unterliegen, wird gelegentlich unterstellt, dass hohe Kraftstoffpreise zumindest zu höheren Umsatzsteuereinnahmen führen würden. Auch dies ist ein Trugschluss, da jeder Euro „nur einmal ausgegeben werden kann“ und somit das für höhere Kraftstoffpreise einzusetzende verfügbare Einkommen nicht mehr anderweitig umsatzsteuerwirksam ausgegeben werden kann.
Die real existierende Karikatur einer Gewerkschaft, also Ver.di, ist auf eine tolle Idee gekommen: Ein Betriebsrat soll einer Kündigung widersprechen können, wenn die Kündigung “vorrangig dem Zweck dient, die Anzahl der Arbeitnehmer im Unternehmen zu reduzieren, ohne daß dies aufgrund der Auftragslage oder anderer dringender Gründe erforderlich ist”. Gleichzeitig soll ein ähnlicher Passus ins Kündigungsschutzgesetz aufgenommen werden. (more…)
SPON berichtet von den Schwierigkeiten Merkels, für ihr “Kompetenzteam” einen Wirtschaftsexperten zu finden. Es stimmt: Bei der Union ist da keine überzeugende Persönlichkeit in Sicht, und niemand will für Stoiber wie seinerzeit für Lafontaine “den Stollmann machen”.
Allerdings hat sich der Kanzler in einem Interview in der “Westfälischen Rundschau” jetzt redlich Mühe gegeben, auf den vergleichbaren Mangel der aktuellen Regierung aufmerksam zu machen. Vor allem der SPD ist bei der Konfrontation mit der Realität ihr bislang als ökonomisches Rezept verfolgter Vulgärkeynesianismus abhanden gekommen (der dafür jetzt von der zur “Linkspartei” mutierten SED übernommen wurde). Sie hat diesen Mangel bisher noch nicht konzeptionell ausgleichen können und sich mehr nolens als volens Experten-Empfehlungen gebeugt, die nicht aus ihrer eigenen wirtschaftspolitischen Richtung ableitbar sind. Auch heute ist nicht zu erkennen, auf welche Wirtschaftstheorie sich die Regierung und der Kanzler eigentlich berufen.
Wo das Konzept fehlt, wird es durch Appelle an Andere ersetzt. Die Patriotismus-Karte hat bislang nicht so recht stechen können, also entdeckt der Kanzler plötzlich die “soziale Verantwortung” von Konzernen neu. Das Muster ist dasselbe: “Wir haben keine Ahnung, was wir machen sollen. Also holt uns gefälligst aus der Krise heraus, sonst seid ihr ganz, ganz böse [ersetze jeweils durch: unpatriotisch, unsozial, unverantwortlich, heuschreckenartig].”
Folgende Ausschnitte des Interviews, die heute durch die Presse gehen, seien zitiert und kommentiert (wobei ich auch die grandiose Leistung des Interviewers - WR - würdigen werde):
WR: Wie kann man diesen Teufelskreis aufbrechen, dass große deutsche Unternehmen gleichzeitig Rekordge- winne und Massenentlassungen verkünden?
Allein die Tatsache, dass in einem Interview mit dem Bundeskanzler diese Frage als wichtigstes wirtschaftspolitisches Problem empfunden wird, zeigt den allgemeinen Mangel an ökonomischem Verständnis in Deutschland. Ist es für Journalisten so schwer zu verstehen, dass erstens die “Massenentlassungen” der “großen deutschen Unternehmen” nicht die Ursache von Arbeitslosigkeit sind und zweitens die “Rekordgewinne” nicht mehr im Inland generiert werden? Oder steckt dahinter die Forderung, dass ausländische Arbeitnehmer deutsche Arbeitsplätze finanzieren sollen?
Schröder: Ich glaube, dass es bei den Unternehmen eines neuen Bewusstseins bedarf. Die einseitige Shareholder- Value-Politik, die nur den Gewinn der Aktionäre im Blick hat, ist an ihre Grenzen gestoßen.
Keine Frage, dass so manches Management den Ausdruck “Shareholder Value” zur eigenen Selbstbedienung, auf Kosten der Aktionäre übrigens, missbraucht hat. Aber welches sind die Grenzen, die Schröder meint? Nicht eher seine eigenen?
Das Prinzip des Ausgleichs von Interessen - in den Unternehmen wie in der Politik - hat Deutschland stark gemacht.
Deutschland haben ganz andere Dinge starkt gemacht, nicht zuletzt ein gesundes Verhältnis von Produktivität, Löhnen und Staatsanteil. Seit Mitte der 60er Jahre, soviel sei den Freunden der Großen Koalition noch ins Stammbuch geschrieben, hat sich die Politik aber redlich bemüht, diese Erfolgsgeschichte zu beenden. Jedenfalls steht der “Interessenausgleich” heute mehr für Stillstand und Korruption. Die Welt hat sich geändert, aber die deutsche Politik hantiert noch mit den Kategorien von vorgestern.
Auch global tätige Unternehmen müssen erkennen, dass sie nicht nur eine betriebwirtschaftliche, sondern auch eine nationale und regionale Verantwortung haben - eine Verantwortung für Standorte und Arbeitsplätze.
Der Verantwortung für Standorte und Arbeitsplätze wird ein Unternehmen gerade dadurch gerecht, dass es sie profitabel hält oder macht. Es handelt in Wahrheit unverantwortlich, wer fordert, auch unrentable Standorte und Arbeitsplätze zu halten, denn das bringt nicht nur den Rest des Unternehmens in Schwierigkeiten, sondern schwächt auch noch die Volkswirtschaft, weil knappe Ressourcen in nicht mehr nötigen Verwendungen gebunden werden. Der Kanzler sollte sich lieber Gedanken darüber machen, wie er dazu beitragen kann, deutsche Standorte und Arbeitsplätze nicht unprofitabel zu machen.
Natürlich muss das Ergebnis stimmen, aber die Maximierung des Gewinns kann nicht das einzige Kriterium für ein Unternehmen sein.
Wer sagt uns denn, wann das Ergebnis “stimmt”? Der Staat? Die Gewerkschaften? Wer wie Schröder den Unternehmern vorschreiben will, was ihre Kriterien zu sein haben, sollte sich nicht wundern, dass er womöglich zu wenige davon hat und die Investitionen ausbleiben.
Da können Große viel von den Mittelständlern lernen, die immer auch ihre gesellschaftliche Verantwortung im Blick hatten.
Das ist wahrhafte Chuzpe, da kann vor allem die Merkel noch etwas lernen. Der Mann, der unter Wirtschaftspolitik bislang das Kungeln mit Konzernbossen verstanden und durch immer mehr Bürokratie und Kostenbelastungen dem deutschen Mittelstand die Luft entzieht, verteilt jetzt Lobpreisungen an die, die ihre Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben haben und aus rein betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit versuchen, das Unternehmens-Know-how über die Zeit zu bringen. Wie die Pleitenstatistik zeigt, gelingt das aber nicht immer.
WR: Wer soll denn teure deutsche Autos kaufen, wenn die Menschen immer mehr für immer weniger Lohn arbeiten sollen?
Wieder eine Sternstunde deutschen Journalismus. Zunächst einmal dürfte für den Autokauf völlig nebensächlich sein, wie lange jemand arbeitet, aber das nur am Rande. Auch die Frage, warum die Autos denn so teuer sind, lassen wir mal weg. Wenn durch geringere Löhne aber mehr Leute in Arbeit kommen, während durch höhere Löhne die Arbeitslosigkeit steigt, dann braucht man nur einen Taschenrechner, um die sinnvollere Maßnahme zu erkennen.
Schröder: Ich halte es für falsch, den Menschen Lohneinbußen zuzumuten.
Sagst du uns auch, warum? So ‘ne richtige Begründung statt eines Eintrags auf dem Wunschzettel, das wäre doch mal ‘ne Maßnahme, Gerd, oder?
WR: Das ist aber doch auf breiter Front geschehen.
Schröder: Deshalb muss sich auch im Hinblick auf den deutschen Binnenmarkt wieder das Prinzip durchsetzen, dass für anständige Arbeit auch anständiger Lohn gezahlt wird. Ich bin ein Gegner jeder Lohndrückerei. Wir müssen über größere Flexibilität reden, aber nicht über weniger Lohn.
Lösung der Probleme durch Tabuisierung der Diskussion ihrer Ursachen: Welch originelle Idee! Ich weiß nicht, was Schröder mit “anständigem Lohn” meint. Sollte er damit einen Lohn über dem Marktniveau meinen, scheint ihm die Arbeitslosigkeit noch nicht groß genug zu sein. Durch Flexibilisierung kann man dieses Niveau zwar erhöhen, das ist richtig. Wenn das aber nicht ausreicht, muss man das böse “L-Wort” eben doch in den Mund nehmen. Vorausgesetzt natürlich, man findet es nicht in Ordnung, 6 Millionen arbeitsfähige Menschen auf Dauer staatlich zu alimentieren.
Und wenn die Unternehmen ordentliche Gewinne machen, müssen auch die Beschäftigten angemessen beteiligt werden.
Keine schlechte Idee! Investivlöhne und Gewinnbeteiligungen wären eine großartige Alternative zu simplen Lohnerhöhungen, aber ich fürchte, das wäre Schröder wieder nicht altbacken genug. Er will ja Wertschöpfung lieber als “Schluck aus der Pulle” versaufen statt Kapitalbildung in Arbeitnehmerhand zu fördern.
Also, sollte einer bis zum Ende dieses Beitrags durchgehalten haben: Wenn Sie irgendwo einen Wirtschaftsexperten finden, dem es nichts ausmacht, im Prinzip Gutwilligen, leider aber völlig Ahnungslosen die Grundzüge der Ökonomie beizubringen, dann empfehlen Sie ihn doch bitte an CDU, SPD und “Westfälische Rundschau” weiter…
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