Unfrisiertes

18.11.2005

Personalabbau - ein Zeichen von Managementqualität?

Filed under: Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 16:15

Um mich gleich mal vor den falschen Freunden zu schützen: Ich bin dafür, dass Unternehmen Personal abbauen dürfen, soviel und wann sie wollen.

Die Frage ist nur: Ist das auch tatsächlich wertsteigernd? In den VDI-Nachrichten ist ein Artikel von Markus Wendt und Erich Feldmeier (Human Capital Club) zu finden, der die kurzfristige Ergebnisfixierung mancher Manager aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht kritisiert. Mit nachvollziehbaren Argumenten, wie ich finde.

Update: Der passende Dilbert-Cartoon dazu…

10.11.2005

Kann ja mal vorkommen

Filed under: Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 12:23

Der US-Autoriese General Motors (ich liebe diese abgegriffenen journalistischen Formeln) hat jetzt bekanntgegeben, er habe sich im Gewinn des Jahres 2001 um schlappe 300 bis 400 Millionen Dollar zu seinen Gunsten vertan. Lieferantenkredite seien irrtümlich als Einnahmen gebucht worden. Ja, wer hat dafür kein Verständnis? Passiert uns das nicht auch hin und wieder, dass wir den Kredit, den wir von unserer Bank bekommen, mit einem Zinsertrag oder eine Dividende verwechseln? Wir sind doch alles nur Menschen. (more…)

26.09.2005

Huch!

Filed under: Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 22:17

Laut Handelsblatt hat Siemens beim jüngst für ca. 1 Milliarde Euro erworbenen österreichischen Unternehmen “VA Tech” plötzlich Millionenverluste entdeckt. Deren deutscher Tochtergesellschaft soll es gelungen sein, einen Umsatz von 31 Millionen Euro in einen mehr als doppelt so großen Verlust zu verwandeln. (more…)

12.09.2005

Karstadt: Es geht voran

Filed under: Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 13:50

Die Sanierung bei Karstadt scheint gelungen. Man kann sich endlich um Nebensächlichkeiten kümmern: Karstadt-Chef Middelhoff wünscht sich einheitliche Kleidung des Verkaufspersonals. Begründung: Die Kunden könnten die Mitarbeiter sofort erkennen. Das scheint mir sinnvoll, nachdem das Personal so weit abgebaut wurde, dass man es auf der Etage suchen muss. Ich frage mich nur, welche Middelhoff-Freundin den lukrativen Design-Auftrag bekommen wird, denn einen Wettbewerb soll es natürlich nicht geben. Man muss ja sparen.

Die Börse hat diese guten Nachrichten noch nicht zur Kenntnis genommen: Die Aktie von Karstadt-Quelle verlor im Tagesverlauf. Zeit einzusteigen.

Dumm gelaufen

Filed under: Wirtschaftliches, Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 12:44

Du merkst, dass dein Konzern zu groß ist, wenn diejenigen, die neue Mitarbeiter werben sollen, vom eigentlichen Markt deiner Firma keine Ahnung mehr haben…

Microsoft wollte Eric S. Raymond als Mitarbeiter gewinnen. (more…)

2.08.2005

Loyalität auf managerisch

Filed under: Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 12:08

Ein Lehrstück ist gerade bei DaimlerChrysler zu beobachten. Nachdem sein Mentor Schrempp gegen Ende des Jahres den Weg in die Wüste antreten wird, in die er vom Aufsichtsrat geschickt wurde, und er selbst nicht zu dessen Nachfolger ernannt wurde, entschloss sich Protégé Eckhard Cordes dazu, den Lafontaine zu machen, obwohl Mercedes, dessen Leitung er innehat, sich am Anfang eines schwierigen Sanierungsprozesses befindet.

Zunächst gab es noch eine gewundene Erklärung, die den Anschein erwecken wollte, dies geschehe aus Interesse des Unternehmens heraus. Angeblich gefährde die Ernennung eines Anderen zum Konzernchef den Erfolg der Sanierung, weil seine Position dadurch geschwächt sei, ließ Cordes wissen, und zeigte damit nur, in welchen Gedankenwelten sich Topmanager bewegen. Später dominierte das John-Wayne-Motto, das Weltunternehmen DaimlerChrysler sei zu klein für Cordes und Zetsche, dem neuen Boss. Jedenfalls scheint Cordes schon mal die Brücken hinter sich abzubrennen.

Anstelle von DaimlerChrysler würde ich jetzt meine PR-Agentur feuern und die Personalabteilung kräftig abspecken, denn welcher Mitarbeiter glaubt nach einem so leuchtenden Beispiel noch die blumigen Worte in Mitarbeiterzeitschriften und die herzergreifenden Appelle auf Belegschaftsversammlungen, es gäbe noch so etwas wie ein “wir” in diesem Unternehmen, das indentifikationsstiftend wirken könnte. Cordes hat es dankenswerterweise demonstriert: Den heutigen Hochglanz-Managern geht es um Macht und Geld, der Rest geht ihnen am wohltrainierten Allerwertesten vorbei. Führen durch Beispiel, heißt es doch.

Insider wissen allerdings schon lange, dass Topmanager mindestens 80% ihrer Zeit allein dafür aufwenden, ihre eigene Position zu sichern und auszubauen. Das jeweilige Unternehmen ist dafür nur die Kulisse. Die Eigentümer deutscher Aktiengesellschaften sind also offensichtlich in ihrer Mehrheit ziemlich dämlich oder masochistisch veranlagt, wenn sie solche Primadonnen ihre Unternehmen leiten lassen. Oder sollten, welch ketzerischer Gedanke, die eigentlichen Eigentümer gar nicht das Sagen haben? Vielleicht sind Gebilde wie DaimlerChrysler schon viel zu groß, um diese Art Spielchen vermeiden zu können?

Aber ich gebe zu: Die Naivität hat mich auch im Griff. Ich erwische mich dabei, Dieter Zetsche für einen fähigen und sympathischen Manager zu halten, der vielleicht etwas weniger karriereorientiert arbeitet und denkt als das Gros seiner Kollegen. So weit, dass ich Aktien oder gar Fahrzeuge von DaimlerChrysler käuflich erwerben würde, geht mein Leichtsinn aber dann doch nicht…

30.07.2005

There’s no business like…

Filed under: Kurioses, Betriebswirtschaftliches - Rayson @ 20:51

Manchmal habe ich den Eindruck, als stehe die Nutzung von Präsentationssoftware wie MS Powerpoint in einem direkt proportionalen Verhältnis zur Debilität im oberen und mittleren Management. Die Zeit, die heutzutage für Problemlösungen und Neuentwicklungen aufgewendet wird, scheint nur noch halb so lang zu sein wie jene, die man braucht, um sein Werk irgendwelchen “Entscheidungsträgern” begreiflich zu machen. Das verbale Verständnis im Management dürfte, den allgemein üblichen Richtlinien für solche Vorlagen nach zu urteilen, sich ungefähr auf Kindergartenniveau zurückentwickelt haben. Nie mehr als fünf Worte auf einer Seite, aber viele, viele Bildchen. Statt Enten und Elefanten jetzt Strichmännchen und Pfeile - immerhin ist eine gewisser Gewinn an Abstraktionsfähigkeit im Vergleich zu Vierjährigen nicht zu leugnen.

Und so sitzen sie denn freitags alle im ICE mit ihren aufgeklappten Laptops, zimmern sich die Bildershow für ihren Klon des Dilbert-Bosses zusammen und nennen das Ganze dann Arbeit.

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